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Was Blogger wollen – von Unternehmen

Über das Thema „Blogger Relations” – wie Unternehmen Blogs und deren Autoren in ihre Kommunikationsarbeit integrieren können – habe ich schon einiges gebloggt und vor ca. drei Jahren ein E-Book (PDF) geschrieben. Doch an Aktualität hat der richtige Umgang mit Bloggern nicht verloren – im Gegenteil. Seither sind zwar andere wichtige Instrumente wie Facebook und Twitter dazugekommen, doch ist die Ansprache von Bloggern weiterhin ein zunehmend wichtiger Bestandteil der Arbeit von PR-Abteilungen und -Agenturen. Dies ist auch Ergebnis einer aktuellen Studie bzw. von Text 100.

Kontaktaufnahme mit Bloggern

Interessant ist, wie Blogger kontaktiert werden wollen: die Präferenz ist nicht über das Blog oder Social Neworks, sondern Email!

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Welchen Inhalt wollen Blogger von Unternehmen?

Vor allem Informationen über neue Produkte und Entwicklungen, Produkte zur Bewertung und Kontakt zu Personen im Unternehmen:

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Welche Form von Inhalten wird von Bloggern eingesetzt?

Bezüglich des Typs des genutzten Contents von Bloggern liegen Fotos bzw. Grafiken und Video vor Audio:

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In diesem Kontext ist auch eine neue Studie von Tubemogul sehr spannend: Online-Videos werden zu einem großen Anteil über Blogs gefunden:

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Diese Studien belegen erneut, dass für die Verbreitung von Informationen von Unternehmen Blogger wichtige Multiplikatoren sein können.

Literaturempfehlungen zu Online-Marketing und Social Media

Für das IIR-Seminar „Non-traditional Marketing – Neue Online-Marketing Tools und Trends”, das ich Ende Juni zum dritten Mal gehalten habe, habe ich eine Literatur-Liste zu verschiedenen online-relevanten Themen zusammen gestellt.

Zur täglichen Recherche und Weiterbildung nutze ich persönlich Online-Medien und im speziellen Blogs und auch Podcasts (als Begleiter auf dem Arbeitsweg) sehr stark. Um all die verschiedenen Informationshappen aber zu einem großen Bild zusammenzustellen und die Zusammenhänge aufzuzeigen, lese ich auch recht viele Sachbücher.

Dies ist eine Liste von Büchern zu verschiedenen Online-Themen, die ich empfehlen kann:

9 Take-aways von 3 Events

Die letzten Wochen war ich beim Barcamp in Wien, habe die Mobile Advertise Convention besucht und das letzte Wochenende in Klagenfurt beim Barcamp Senzaconfini verbracht. Hier die wichtigsten Punkte, die ich mitgenommen habe:

Es wird zunehmend mehr vom „Internet“ als vom „Web 2.0“ gesprochen. Die Veränderung der genutzten Begriffe zeigt, dass Trends von 2005 nun Realität geworden sind.

Mobile Marketing wird das nächste große Ding. Darin waren sich zumindest auf der Convention alle einig. Die Infrastruktur bezüglich Hardware, Software und Breitband steht mehr und mehr zur Verfügung.

Es mangelt noch an guten Mobile Marketing Case Studies, mit denen Kunden überzeugt werden können. Immer wieder wurde von den Vortragenden angemerkt, dass Kunden und Agenturen mehr Mut haben sollten, Erfahrungen zu sammeln.

Werbung in Facebook ist momentan (noch) phänomenal günstig. Obwohl das Targeting dank der Nutzerangaben sehr gut abgestimmt werden kann, sind die TKPs ca. 0,1 $ und liegen damit bei einem Bruchteil der üblich gezahlten Preise. (Danke Ritchie!)

Die Finanzierung von Web-Startups ist aus verschiedener Perspektive schwierig. Aus Sicht von Investoren und Förderungseinrichtungen sind viele Modelle einfach nicht nachhaltig genug, da Werbung oft das einzige potenzielle Erlösmodell sein soll. Aus Sicht der Startups sind Investoren, die zu wenig über die Mechanismen des Internets und der Web-Community wissen, sehr mühsam.

Es fehlt manchen Web-Startups an Social Media Know-How. Um ein Web-Startup erfolgreich zu machen, sind u.a. Blogger als Multiplikatoren der Community immens wichtig. Setzt man nur auf klassisches Marketing und PR, wird es schwer, in der Community glaubhaft anzukommen.

Ein Barcamp lebt von der Kommunikation. Erfolgt diese Kommunikation in einer Fremdsprache, leiden darunter IMHO die Vorträge wie auch die Diskussionen.

Ein Barcamp wird bereichert, wenn auch nicht unmittelbar internetbezogene Sessions gehalten werden. Beispielsweise das Thema Social Entrepreneurs hatte viele Zuhörer und eine gute Diskussion entfacht.

Das Publikum bei Veranstaltungen zum Thema Internet überschneidet sich bei vielen Veranstaltungen. So trifft man viele Leute auf den Barcamp, Webmontagen, bei Digitalks, … immer wieder. Das zeigt, dass die Community in Österreich gut vernetzt, doch auch noch recht klein ist.

FTD über Weblog-Monitoring

Die Journalistin Ruth Fend hat in der Financial Times Deutschland einen Artikel über Blog-Monitoring veröffentlicht: In weiter Ferne so nah

Sie beschreibt, wie Blogs und andere nutzer-generierte Formate wie Foren und Communities zunehmend Einfluss auf Kaufentscheidungen haben.

„Schön für die Hersteller, wenn Kunden sich im Internet euphorisch über deren Produkte äußern. Eher gefährlich wird es hingegen, wenn in den Blogs, Verbraucherportalen oder Newsgroups allzu viele kritische Kommentare auftauchen.“

Neben Klaus Eck und Jörg Reiche von dem Internet Monitoring Anbieter Gridpatrol komme auch ich in dem Artikel zu Wort.

10 Thesen warum die Blogosphäre weiter wachsen wird

Im ersten Halbjahr 2007 soll das Wachstum der Blogosphäre bei ca. 100 Mio. Blogs stagnieren meint der Netz-Analyst Daryl Plummer von Gartner. Das Blog-Format habe dann so ziemlich jeden potenziellen Adressaten erreicht und ihn entweder infiziert oder vergrault, so die Begründung.

Mit Matthias Armborst habe ich über die Gartner-Studie diskutiert. Uns sind spontan einige Thesen eingefallen, die gegen die Aussage sprechen und hier und in Matthias’ Blog veröffentlicht werden:

  1. Für die USA mag die Aussage, dass sich die meisten Onliner inzwischen mit dem Blog-Format beschäftigt haben, durchaus richtig sein. Für viele Blog-Entwicklungsländer stimmt sie aber wohl kaum: Wenn in Deutschland 45% der Bevölkerung weder von Blogs gehört noch welche gelesen haben, muss es beträchtliche Wachstumspotenziale geben.
  2. Offenbar hat der Autor der Gartner-Studie ein weitgehend auf die USA beschränktes Blickfeld: Wenn man über das Wachstum der Blogosphäre für beendet erklärt, vergisst man etwa Indien oder China mit riesigen, digital unterentwickelten Regionen.
  3. Gerade in Ländern, in denen die Meinungsfreiheit eingeschränkt wird, bieten sich anonyme Blogs als Sprachrohr an: In Russland oder Iran dürfte die Bedeutung von Blogs für zivilgesellschaftliche Bewegungen weiter wachsen.
  4. Wie die Analysen von Technorati zeigen, gab es immer wieder Auslöser für ein punktuelles, extrem starkes Wachstum der Blogosphäre: Beispiele sind der 11. September, der Irak-Krieg oder der Tsunami. Es gibt keinen Grund für die Annahme, dass es Wachstumsimpulse wie diese nicht auch in Zukunft geben wird.
  5. Die Potenziale des enorm flexiblen Blog-Formats ist noch lange nicht ausgereizt: Wie man bei der Entwicklung von Pod- und Videocasting gesehen hat, hält es eine Vielzahl von Möglichkeiten offen, die zuvor noch gar nicht absehbar waren.
  6. Es gibt aus unserer Sicht keinen triftigen Grund für die Annahme, dass die Betreiber von nicht mehr genutzten Blogs endgültig für die Blogosphäre verloren sind. Viele dürften “Schläfer” sein, die ein grundsätzliches Interesse daran haben, an der Netzkommunikation teilzunehmen. Sie können jederzeit (wieder) zu aktiven Bloggern werden.
  7. Blogs mögen momentan gehypet werden, was in dieser Form bald enden kann. Solange jedoch kein neues und ebenso universell einsetzbares Format für Jedermann in Sicht ist, sind Blogs weiterhin attraktiv.
  8. Unternehmen, Organisationen und Parteien beginnen erst allmählich, sich mit Blogs zu beschäftigen und mit dem Format zu experimentieren. Mittelfristig ist damit zu rechen, dass Blogs zu einem wichtigeren Bestandteil der Unternehmenskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit werden.
  9. Auch Journalisten und andere Medienprofis beginnen erst mit großer Verzögerung, Blogs als Experimentier- und Profilierungs-Format und vor allem: als alternative Darstellungsform – zu entdecken. Im Medienbereich steht die Entwicklung also erst noch am Anfang.
  10. Für die “Digital Natives”, die quasi im Web 2.0 aufgewachsen sind, sind Blogs ein selbstverständliches Kommunikations- und Info-Instrument. Auch die demografische Entwicklung spricht also für ein Wachstum der Blogosphäre.

Ansonsten halten Matthias und ich es mit dem Autor des verlinkten AP-Textes: “Of course, as the old saying goes, predictions are hard, especially about the future.”

Update: Auch Steve Rubel und Robert Basic machen sich Gedanken zum Thema Wachstum der Blogosphäre.

Sind Weblogs als Meinungsmacher überschätzt?

Sowohl Wissenschaftler als auch als auch die meisten PR-Praktiker, die sich mit Weblogs und Unternehmenskommunikation auseinandersetzen, konstatieren eine gewisse Macht der Blogger und deren Einfluss auf den öffentlichen Meinungsbildungsprozess.

Dr. Mark Eisenegger, der sich mit Issues Management schon länger beschäftigt, sieht dies anders. Seiner Meinung (PDF) nach werden Weblogs im öffentlichen Meinungsbildungsprozess aus verschiedenen Gründen überschätzt. Hier seine Thesen und jeweils meine Anmerkungen dazu:

1. Weblogs zielen auf Meinungsartikulation und nicht auf Themensetzung (Agenda Setting) ab.
Er zitiert Luhmann: „Themen, nicht Meinungen, haben in der Kommunikation vorrangige Bedeutung.“ und meint, dass sich Weblogs primär an die Themen der klassischen Medien halten. Die Agenda-Setting-Funktion von Weblogs sei eingeschränkt.

Ja, in Weblogs werden Meinungen zu Themen aus klassischen Medien geäußert, doch nicht ausschließlich. Auch wenn die Kommunikationsrationalität von Weblogs nicht dezidiert auf Themensetzung ausgerichtet ist, können innerhalb der Blogosphäre Themen entstehen, die in die öffentliche Wahrnehmung diffundieren.

2. Allein durch die Masse haben Weblogs noch keine Relevanz für den öffentlichen Kommunikationsprozess.
Nach seiner Ansicht verknappt sich die Aufmerksamkeit der Rezipienten mit der zunehmenden Anzahl von Weblogs und konzentriert sich auf wenige A-Blogger oder Meinungsführer-Blogs. Auch stellt Eisenegger die These auf, dass diese „reputierten Blogger (…) häufig eine institutionalisierte Anbindung an den etablierten Journalismus aufweisen.

Ja, die Aufmerksamkeit ist ein Long Tail, aber interessante Themen verbreiten sich in der Blogosphäre schnell, werden dann von A-Bloggern aufgegriffen und erreichen somit auch öffentliche Aufmerksamkeit.
In den Top-20 der A-Blogger hat nur maximal ein Viertel eine Anbindung an den Journalismus aufzuweisen.

3. Weblogs haben ein Glaubwürdigkeitsproblem
Durch den fehlenden Bezug zu etablierten (Medien-)Marken könne keine positive Reputation abgeleitet werden. Darüber hinaus gäbe es viele anonyme Blogger und eine fehlende Qualitätsroutine.

Laut der größten deutschen Weblogbefragung (PDF) von Jan Schmidt geben über 70% Hinweise auf ihre Identität und über ein Drittel geben auf einer speziellen Seite persönliche Informationen an. Die persönliche Art der Kommunikation und die zumeist mit einer wirklichen Person verbundenen Informationen erzeugen – meiner Meinung nach – eher Glaubwürdigkeit beim Rezipienten. Darüber hinaus es verschiedenste Blogger bereits geschafft eine eigene Marke zu entwickeln.

4. Blog-Themen werden im traditionellen Journalismusnur nur gering wahrgenommen.
Themen aus Blogs müssten mehr in traditionellen Medien aufgegriffen werden, um relevant zu sein. Laut Eisenegger gibt es eine „Reduktion der öffentlichen Aufmerksamkeit auf die immergleichen Fallbeispiele effektiver Blog-Kommunikation.

Ja, die meisten in Blogs diskutierten Themen verlassen die Blogosphäre nicht. Mit der stetigen Zunahme der Anzahl der Blogger und Blog-Leser steigt aber auch die öffentliche Wahrnehmung. Es gibt auch bereits eine Reihe von Beispielen, wo Themen, die in Blogs aufgekommen sind, in klassischen Medien aufgegriffen wurden. Durch die zunehmende Verzahnung von Blogs und klassischen Medien (siehe z.B. AP) erhalten Blogs zusätzliche Aufmerksamkeit.

5. Die Vernetzungsfunktion von Weblogs wird überschätzt.
Empirisch könne eine effektive Informations- und Issue-diffusion nicht nachgewiesen werden.

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6. Die Dialogkommunikation durch Blogs kann negative Folgen haben.
Probleme der Blog-Dialogkommunikation können das Risiko unkontrollierbarer Komplexitätssteigerung der Organisationskommunikation haben.

Ja, durch Blogs zu kommunizieren kann eine personelle Herausforderung für Unternehmen sein, aber auch eine Form der Marktforschung. Hier muss abgewogen werden, ob sich der zeitliche Aufwand lohnt und ob das Feedback der Stakeholder effektiv genutzt werden kann oder nicht.


Und wie ist Ihre Meinung?

Erliegen PR- und Blog-Berater sowie Wissenschaftler dem Hype? Haben Weblogs einen Einfluss auf die Bildung der öffentlichen Meinung? Oder werden Blogs einfach nur überschätzt?

Case Study: Blogger Relations

Auf MarketingSherpa wurde ein interessante Case Study “How to Get Bloggers to Evangelize Your Product” veröffentlicht.

Diese Erkenntnis hat das Beispiel-Unternehmen dazu gebracht, sich mit Bloggern zu beschäftigen und nicht selbst in Foren zu posten:

The fact is, any content that smacks of blatant self-promotion can and will offend online communities.

Hier die Maßnahmen, wie Unternehmen Blogger dazu bringen können, über ein Produkt zu schreiben:

  1. Bieten Sie den Bloggern nützliche Inhalte an.
  2. Bauen Sie persönliche Bindungen auf.
  3. Verlinken und verweisen Sie auf die Blogger.
  4. Honorieren Sie die Leistung der Top-Performer.

In Deutschland sind Blogger-Kampagnen noch wenig verbreitet. Eine gute Übersicht dazu hat Peer Schader für horizont geschrieben.

[via Hugo E. Martin]

Social Software @ eBay

Nachdem eBay schon seit einiger Zeit RSS-Feed für Suche anbietet, macht die Online-Handelplattform einen weiteren großen Schritt in Richtung Social Software und damit hin zum Social Commerce.

Im Umfeld der eBay Developers Conference 2006 sollen verschiedene neue Features vorgestellt werden:

eBay-User-Blogs
Es soll für jeden User die Möglichkeit geben, ein Blog unter der Adresse http://blogs.ebay.com/userID anzulegen. Die Beiträge sollen auch mit Tags versehen werden können. Als Software soll das Blogging-Tool TypePad eingesetzt werden.

eBay-User-Wiki
Auch das eBay-Wiki soll von den Usern gefüllt und eine “collection of fact-based articles” werden. Der Ansatz ist folgendermaßen:

Wiki articles are written with factual information and an objective point of view. When it’s possible, you should reference other sources to add credibility to what you write. When an article is based in verifiable facts, members will be able to trust and use the information immediately. It also reduces the possibility that your information will be edited or deleted.

Anmerkungen der Blogosphäre
Marshall Kirkpatrick von thesocialsoftwareblog hat sich bereits ein paar Fragen zu dem Vorhaben von eBay gemacht:

  • Wollen die Kunden überhaupt eine tiefere Diskussion?
  • Wie will ebay Spam verhindern, aber die Diskussion vorantreiben?
  • Blogging sollte eigentlich die Beziehung zwischen Kunde und Unternehmen stärken, doch gibt es Loyalität gegenüber einem ebay-Händler?

Auch Ross Mayfield von Socialtext spricht das Spam-Problem an:

Principally, while markets are conversations, social software gets spammed. And while eBay desired a fact-oriented wiki, it both inherets community values and doesn’t have the luxury of cultivating it over time once the wiki is made public to the masses.”

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Integration und Ergänzung: Blogs in Nachrichten

technorati bei apWie technorati und die Nachrichtenagentur AP berichten [1, 2], gibt seit dem 23.Mai eine Kooperation der beiden Unternehmen. Die Kooperationspartner sind zwar in unterschiedlichen Feldern aktiv, der eine im Bereich Blog-Suche und der andere im Bereich Agenturjournalismus, doch sind beide Marktführer in ihrem Gebiet.

Als „first stepp“ werden auf den 440 von AP gehosteten News-Plattformen Links zu Blog-Beiträgen, die sich auf die jeweilige Seite beziehen, dargestellt. (Beispiele: Sun Journal, Buffalo News). Darüber hinaus gibt es eine Box, in der die meistverlinkten AP-Nachrichten im „Blog Roundup“ speziell dargestellt werden.

Peter Hirshberg von technorati schreibt:

We’re delighted to be working with the AP and thrilled that blogger voices will now be heard in several hundred local on-line news organizations across the USA. I believe that this is a deep validation of the power of citizen media and how each person is gaining more power – power to have their opinions and thoughts heard, in a truly democratic process.

Dies ist ein weiterer Schritt auf dem Weg in Richtung Mainstream und macht die überflüssige Debatte, ob Blogger Journalisten sind, obsolet: Blogs und Journalismus sind zwei ergänzende Teile eines Ganzen. AP sieht Blogs und die subjektiven Meinungen von Bloggern auch nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung der objektiven Nachrichten. Damit reagiert die Nachrichten-Agentur auf sich ändernden Gegebenheiten in der Medienbranche und auf das Wachstum des Anteils von User Generated Content. Diese Flucht nach vorn und die Normalisierung in der Beziehung Journalisten / Blogger würde man sich auch in Deutschland wünschen.

Wie Blogs auch eingesetzt werden können: Danke sagen

Viele Blogger neigen dazu, übermäßig und oft nicht adäquat zu kritisieren. Martin Oetting schreibt darüber:

Das Denken findet nur noch in Blogkategorien statt; jeder Kellner, der einen schlechten Tag hat, wird als potenzielles Blogfutter geortet, selbst der schlechte Automechaniker der Freundin vom Kollegen muss auch noch im eigenen Blog stattfinden, da man ja selber nichts erlebt.

Es geht aber auch anders. Auf thankyouqwest.org bedanken sich Konsumenten bei Qwest, da diese als einzige große Telekommunikationsgesellschaft nicht an einem „NSA spy program“ teilgenommen hat. Die Leser werden auch aktiv dazu aufgerufen, den Blog-Beitrag zu kommentieren – bisher haben dies 454 User getan.

qwest.jpg

Für das Unternehmen bringt diese Aktion, die auch von der der New York Times, CNN und vielen anderen aufgegriffen wurde, einen großen Benefit und mehr Glaubwürdigkeit als jegliche Marketing- und PR-Kampagnen. Schönes Beispiel, wie Blogs auch genutzt werden können.