Alle Beiträge zum Tag Case Studies

Digitale Nähe – die Zukunft des digitalen Tourismusmarketings

Beim Symposium „Tourismus in neuen Medien im Alpen-Adria-Raum“ (Presseinfo) in Klagenfurt war ich eingeladen, über die Zukunft des Tourismusmarketings zu sprechen.
Ohne Glaskugel ist es jedoch schwierig, die Zukunft vorherzusagen. Allerdings sagt William Gibson „The future is already here – it’s just not very evenly distributed.“ Im Falle des digitalen Tourismusmarketings kann dies bedeuten, dass viele innovative Projekte bereits umgesetzt wurden, die zeigen, in welche Richtung sich die Branche entwickeln wird.
Für den Vortrag habe ich die aus meiner Sicht für das Tourismusmarketing wichtigsten Trends zusammengefasst und mit Beispielen belegt. Die Klammer der aktuellen Entwicklungen habe ich als „digitale Nähe“ bezeichnet. Hier die Folien meines Vortrags:

Mobile Applikationen in den Reisephasen

Beim Castlecamp in Zell am See Kaprun habe ich im September eine Session über Mobile Applikationen in den Phasen der Reise gehalten. Für unsere mobile Strategie der Österreich Werbung hatte ich einen Benchmark gemacht, um zunächst zu erheben, was der Status Quo ist und welche Player welche Apps aktuell einsetzen:

Literaturempfehlungen zu Online-Marketing und Social Media

Für das IIR-Seminar „Non-traditional Marketing – Neue Online-Marketing Tools und Trends”, das ich Ende Juni zum dritten Mal gehalten habe, habe ich eine Literatur-Liste zu verschiedenen online-relevanten Themen zusammen gestellt.

Zur täglichen Recherche und Weiterbildung nutze ich persönlich Online-Medien und im speziellen Blogs und auch Podcasts (als Begleiter auf dem Arbeitsweg) sehr stark. Um all die verschiedenen Informationshappen aber zu einem großen Bild zusammenzustellen und die Zusammenhänge aufzuzeigen, lese ich auch recht viele Sachbücher.

Dies ist eine Liste von Büchern zu verschiedenen Online-Themen, die ich empfehlen kann:

Case Study: Blogger Relations

Auf MarketingSherpa wurde ein interessante Case Study “How to Get Bloggers to Evangelize Your Product” veröffentlicht.

Diese Erkenntnis hat das Beispiel-Unternehmen dazu gebracht, sich mit Bloggern zu beschäftigen und nicht selbst in Foren zu posten:

The fact is, any content that smacks of blatant self-promotion can and will offend online communities.

Hier die Maßnahmen, wie Unternehmen Blogger dazu bringen können, über ein Produkt zu schreiben:

  1. Bieten Sie den Bloggern nützliche Inhalte an.
  2. Bauen Sie persönliche Bindungen auf.
  3. Verlinken und verweisen Sie auf die Blogger.
  4. Honorieren Sie die Leistung der Top-Performer.

In Deutschland sind Blogger-Kampagnen noch wenig verbreitet. Eine gute Übersicht dazu hat Peer Schader für horizont geschrieben.

[via Hugo E. Martin]

Abschreckendes Beispiel im Umgang mit Social Media

Social Software und User Generated Content sind noch relativ neue Formate und wir alle lernen erst damit umzugehen. Die PR-Branche steht vor den besonderen Herausforderungen, dass sich die Medien wie auch die die Mediennutzung vor allem der nachkommenden Generationen ändern und die immer größer werdende Masse an Nutzern wie Journalisten auch als Kontrollinstanz fungiert.

Dass sich das Nutzerverhalten bereits verändert hat und Videos z.B. auf youtube virale Effekte haben können, hat die PR-Agentur DCI verstanden und ein Video produziert und auf youtube veröffentlicht. Jedoch wurde als Autor ein 29-jähriger “Toutsmith” angegeben. Brisant ist dies dadurch, dass es sich um eine humoristische (gedachte) Abrechnung mit Al Gores Dokumentation “A inconvenient truth” handelt, in dem der ehemalige US-Vize-Präsident die globale Erwärmung anprangert und DCI unter anderem für die Öl-Industrie arbeitet.

Allderdings hat die Agentur nicht verstanden, dass das Internet gar nicht so anonym ist. Durch Email-Korrenspodenz mit Toutsmith und dem Wall Street Journal konnte analysiert werden, dass die Emails von der Yahoo-Adresse von DCI stammen und es sich nicht um einen Amateur sondern die republikanische PR-Agentur handelt.

Die Folge: über 450 Blog-Artikel, Artikel bei Slashdot, ABC News , timesonline, …

Quellen:
Hintergrund-Artikel bei post-gazette
Kostenpflichtiger Artikel beim Wall Street Journal
Thomas Knüwer

Europäische Unternehmen verschlafen web2.0

Laut einer Gartener-Studie sind europäische Unternehmen gerade dabei die neuen Trends im Internet, die sich mit Web2.0 umschreiben lassen, zu verschlafen:

Wie mit einer “Schlummertaste” beim Radiowecker werde das Thema einfach ausgeblendet beziehungsweise auf Wiedervorlage gelegt. Da die Entwicklung jedoch sehr schnell und vor allem auf internationaler Ebene verlaufe, so die Analysten, riskierten es die Konzerne der Alten Welt, in ihren Geschäftsmodellen zurückzufallen.

Die Analysten benennen auch die vermeintlichen Ursachen:

Verantwortlich für die schleppende Akzeptanz seien laut Gartner verschiedene Faktoren, darunter die Nabelschau der Blogosphäre, die geringe Aktivität der Marketing-Abteilungen von europäischen IT-Anbietern sowie das grundlegende Misstrauen der Presse.

Dass web2.0 und social software noch nicht bei allen CEOs und auch CMOs angekommen sind, zeigen auch verschiedenste andere Studien (u.a. Euroblog2006). Doch was hat die zugegebenermaßen sehr selbstreflektierende Blogosphäre damit zu tun, dass Unternehmen den ganzen Trend verschlafen? Blogs sind nur ein Teil von dem, was als Web 2.0 bezeichnet wird. Es spielen noch ganz andere Faktoren eine Rolle wie Standardisierung, offene Schnittstellen, Medien-Konvergenz () und Weiterverwertbarkeit. Diese Entwicklungen haben definitiv einen Einfluss auf die meisten Geschäftsmodelle im E-Business und E-Commerce. Noch sind viele Unternehmen nicht auf dem Laufenden, was im Internet aktuell passiert, denn diesmal sind es die Geeks und User, die den Trend vorantreiben. Einige Anbieter (wie z.B. ebay ) haben bereits die Veränderungen erkannt und ihre eigenen Schritte abgeleitet, doch offensichtlich gibt es hier in Europa noch Nachhol- und Erklärungsbedarf.

Kanzlerin in der Blogosphäre angekommen

Merkel Vlog / Vodcast / Videocast / Video-PodcastDa hat sich Angela Merkel die Aufforderung von Hubert Burda letzte Woche bei der CDU-Medianight wohl wirklich zu Herzen genommen oder vielleicht war auch Arnold Schwarzeneggers Podcast das Vorbild:
Heute Abend – am Vorabend der Fußball Weltmeisterschaft – fällt der Startschuss für den Video-Podcast der Bundeskanzlerin.

Mit diesem Schritt geht die Kanzlerin wirklich innovative Wege und im Gegensatz zu den Podcast-Versuchen der CDU bei der Bundestagswahl 2005, ist dieser Service nicht direkt in den Wahlkampf einbezogen. Hier entsteht die Chance einer wirklichen Politik-Vermittlung per moderner Technologie – hoffentlich wird sie auch genutzt. Diskutiert werden die Video-Botschaften in der Blogosphäre definitiv werden.

Social Software @ eBay

Nachdem eBay schon seit einiger Zeit RSS-Feed für Suche anbietet, macht die Online-Handelplattform einen weiteren großen Schritt in Richtung Social Software und damit hin zum Social Commerce.

Im Umfeld der eBay Developers Conference 2006 sollen verschiedene neue Features vorgestellt werden:

eBay-User-Blogs
Es soll für jeden User die Möglichkeit geben, ein Blog unter der Adresse http://blogs.ebay.com/userID anzulegen. Die Beiträge sollen auch mit Tags versehen werden können. Als Software soll das Blogging-Tool TypePad eingesetzt werden.

eBay-User-Wiki
Auch das eBay-Wiki soll von den Usern gefüllt und eine “collection of fact-based articles” werden. Der Ansatz ist folgendermaßen:

Wiki articles are written with factual information and an objective point of view. When it’s possible, you should reference other sources to add credibility to what you write. When an article is based in verifiable facts, members will be able to trust and use the information immediately. It also reduces the possibility that your information will be edited or deleted.

Anmerkungen der Blogosphäre
Marshall Kirkpatrick von thesocialsoftwareblog hat sich bereits ein paar Fragen zu dem Vorhaben von eBay gemacht:

  • Wollen die Kunden überhaupt eine tiefere Diskussion?
  • Wie will ebay Spam verhindern, aber die Diskussion vorantreiben?
  • Blogging sollte eigentlich die Beziehung zwischen Kunde und Unternehmen stärken, doch gibt es Loyalität gegenüber einem ebay-Händler?

Auch Ross Mayfield von Socialtext spricht das Spam-Problem an:

Principally, while markets are conversations, social software gets spammed. And while eBay desired a fact-oriented wiki, it both inherets community values and doesn’t have the luxury of cultivating it over time once the wiki is made public to the masses.”

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Unicef nutzt Blogger als Multiplikatoren

Bloggen gegen AidsUnicef hat die Unterschriftenaktion „Du gegen Aids“ ins Leben gerufen und wendet sich explizit an Blogger:

Weblogs werden von immer mehr Menschen gelesen – sie sind eine eigene Medienform im World Wide Web.Sie können mit Ihrem Weblog einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, dass die Unterschriftenaktion ein Erfolg wird. Bloggen Sie mit gegen AIDS!

Zusätzlich werden verschiedene Forderungen dargestellt, die mit Fakten untermauert werden.

In der Blogosphäre können sich Themen schnell verbreiten und damit viele Menschen in kurzer Zeit erreichen. Bisher haben bereits über 250.000 Menschen an der Unterschriftenaktion teilgenommen, doch die Liste der teilnehmenden Blogs ist noch relative übersichtlich. Es bleibt zu hoffen, dass sich an diesem Thema noch mehr Blogger beteiligen. Doch ist für die Verbreitung eines Themas innerhalb der Blogosphäre wichtig, dass es von einflussreichen Bloggern aufgegriffen wird. Dies ist allerdings noch nicht der Fall.

Blog-Sponsoring – Beispiel O2

Der Handynetzanbieter o2 hat die Plattform Mobile-Macs.de inklusive Blog und (zukünftig) Wiki ins Leben gerufen:

Zusammen mit unserem Sponsor o2 und allen Mac-Usern, die sich daran beteiligen wollen, werden wir hier eine Plattform – bestehend aus einem Weblog und einem Wiki – aufbauen, auf der alle Infos zur Nutzung von Macs mit mobilen Endgeräten (Handys, Xdas etc.) und Netzen (GPRS, UMTS, WLAN etc.) zu finden sind.

Das Mission-Statement des Vertriebs-Verantwortlichen bei O2 Oliver Rengelshausen klingt so:

Als innovatives Mobilfunkunternehmen sieht sich o2 als Impulsgeber. Wir erschließen neue, innovative Möglichkeiten und Wege, ganz im Sinne von „o2 can do“. Deshalb passen o2 und Apple eigentlich recht gut zusammen. Aber als jemand, der selbst seit 12 Jahren begeisterter Apple-User ist, weiss ich, dass das Verhältnis zwischen Mac und Mobilfunkgeräten nicht immer ganz konfliktfrei ist. Und leider haben die Mobilfunkanbieter oft nicht die Kapazitäten jedes Problem so zeitnah zu lösen, wie sie es wollten.

Bisher ist das Wiki noch nicht aktiv und das Blog auch noch nicht sehr spannend. Die Plattform ist jedoch sehr Dialog-orientiert ausgerichtet und ruft an verschiedenen Stellen zur Interaktion auf

Aber was gibt es noch so an offenen Fragen? Mit welchen Problemen plagen Sie sich rum, wenn Sie Ihren Mac mobil nutzen wollen ??

Blogger sollen verlinken
Um das Blog möglichst schnell und effektiv in der Blogosphäre bekannt zu machen, bedienen sich die Macher eines Anreizsystems. Jeder, der zum Beispiel in seinem Blog auf die Seite verlinkt, nimmt an einem Wettbewerb teil. Die Blogger, von deren Websites die meisten User auf die Plattform kommen, können sich “auf der Gewinnseite ihre Preise entsprechend ihrer Preiskategorie aussuchen“.

Ob es O2 wirklich darum geht “Wissen rund um die Frage, wie nutze ich meinen Mac mobil” zu bündeln, oder lediglich auf das Pferd user-generated-content aufzuspringen und ein junges, zahlungskräftiges Publikum an die Marke heranzuführen und zu binden, wird sich zeigen. Auf jeden Fall ist es ein in Deutschland noch neues, innovatives Konzept.