Video: Der aktive Konsument

Der CEO von Edelman Europe David Brain stellt auf sixtysecondview.com kurze, nicht allzu professionelle authentische Videos mit kurzen Statements zur Verfügung.

Pete Blackshaw von nielsenbuzzmetrics.com spricht hier über „The active consumer“.

blackshaw_nielsen.jpg

Seine Aussagen:

  • Konsumenten, die mit Unternehmen ins Gespräch kommen wollen, haben tendenziell ein hohes Maß an Einfluss.
  • Unternehmen, die den Gesprächen beitreten wollen, müssen besser verstehen, wer sich bereits mit dem Unternehmen auseinandersetzt und mit wem eine Zusammenarbeit möglich ist.
  • Es ist schwieriger sich selbst in der Blogosphäre zu betätigen, als zu analysieren, wer bereits eine Stimme hat.
  • In der Marktforschung wird die Demografie der Konsumenten überbewertet und der Faktor Einfluss vernachlässigt.

Wie sich Medien durch Social Media entwickeln werden

Bertram hat auf Gugelproductions vier Thesen zur Entwicklung der „Neuen Medien“ aufgestellt:

  • Rezipienten werden zunehmend zu Produzenten und wollen das was, wann, wo und wie sie Medien konsumieren kontrollieren.
  • Es wird (gibt) unendlich viele Inhalte geben.
  • Professionelle- und Amateurinhalte werden sich vernetzen und eine Symbiose eingehen.
  • Die Container der Inhalte werden aufgebrochen – die Produzenten und Autoren gewinnen an Bedeutung.

Sehr gut zusammengefasst und definitiv lesenswert!

[via Robert Basic]

Videocasts (Vlogs) in der Unternehmenskommunikation

Es ist deutlich zu sehen: Video-Content ist groß im kommen. Täglich gibt es allein 30 Millionen Downloads bei der Video-Hosting-Plattform Youtube. Doch auch kostenpflichtige Dienste erfreuen sichergroßer Beliebtheit. Zum Beispiel hat Apple auf dem iTunesVideo-Portal in den ersten 20 Tagen 1 Million Videos verkauft.

Gründ dafür sind einerseits die zunehmende Verbreitung von Breitband und andererseits die geringen Einstiegsbarrieren durch die einfache Bedienung und geringe Kosten von Hard- und Software für die Erstellung von Videos.

Videocasts & Technik
Der Trend zum Bewegtbild ist auch im Blog-Umfeld zu erkennen: Videocast (oder Video-Blogs, Vlogs, Vodcasts). Videocasts basieren zumeist auf einer Blogsoftware und haben auch ähnliche Merkmale wie eine umgekehrte Chronologie, Permalinks, Trackbacks und eine Kommentarfunktion. Zusätzlich wird im RSS mittels eines Enclosures auf das Video verwiesen.

Videocasts als Trend?
Die Anzahl der Videocasts ist schwer zu schätzen, doch zeigt ein Blick in die Entwicklung, dass die Verbreitung von Vlogs zunimmt:

Entwicklung: Vlog

Momentan sind vor allem Videocasts wie RocketBoom und in Deutschland Ehrensenf und Spreeblick mit einer Mischung aus Humor und News erfolgreich. Aber auch die Tagesschau stellt den Inhalt bereits als Video-Podcast zur Verfügung.

Corporate Videcasts
Das Potential von Corporate Videos liegt in der viralen Verbreitung, doch wie können Videocast strategisch eingesetzt werden? Bisher waren meist nur mit kleine Video-Clips, die mehr oder weniger subtil platziert waren, erfolgreich.

Die Vorteile von diesem noch neuen Format sind die emotionale Ansprache, die Kombination von Information und Emotion und die Verbindung von Audio-, Video- und Text-Inhalten. Über Videocasts werden auch Zielgruppen angesprochen, die beispielsweise normale Corporate Websites nicht besuchen.
Videocasts können aber nicht nur im Marketing-Bereich eingesetzt werden, sondern auch in der internen Kommunikation, im E-Learning oder für Produkt-Schulungen.

Corporate Videocast-Beispiele
Bislang werden Videocasts noch von eher wenigen Unternehmen eingesetzt. Mir sind nur die Beispiele Channel 9 von Microsoft, das Vodcast-Projekt von BMW und das Mercedes R-Klasse Video-Podcast (iTunes-Link) bekannt.

channel9.jpg bmw_vodcast.jpg

Dass die Videocasts aber Teil der Blogosphäre, also der Blog-Community, sind, kann man kaum sagen. Das Mercedes-Video-Podcast hat keine eigene Website und damit keine Möglichkeit einzelne Beiträge zu verlinken (Permalinks) und zu kommentieren. Das BMW-Vodcast kann zwar verlinkt werden, doch fehlt auch hier die Kommentarfunktion.

Gefahr durch Videocasts für Unternhemen?
Wie das Beispiel iPod’s Dirty Secret zeigt, können Videos und Videocasts für ein Unternehmen auch eine Gefahr darstellen. Laut eigenem Counter wurde das Video, in dem es darum geht, dass die nicht austauschbare Batterie des iPods nur 18 Monate hält, über 2 Millionen Mal aufgerufen. Andere Szenarien sind z.B. Parodien von Werbespots.
Zu beobachten ist, dass Konsumenten jetzt nicht nur in ihren Blogs über Unternehmen und deren Produkte schreiben, sondern auch eigene Videocasts betreiben. Das Monitoring von Video-Inhalten ist vergleichsweise schwer, da diese nicht von Suchmaschinen durchsucht werden können. Ein rechtiliches Vorgehen gegen solche Video-Clips wäre potentiell auch kontraproduktiv, da die öffentliche Aufmerksamkeit dadurch steigt und die Clips weiterhin auf Tauschbörsen verfügbar wären.

Fazit
Videocasts und die Anwendung in der Unternehmenskommunikation stecken noch mehr in den Kinderschuhen, als Corporate Blogs. Unternehmen fangen erst an mit dem Format zu experimentieren und haben bisher kaum den Sprung gewagt, sich zu öffnen und so das volle Potential durch die Feedback- / Kommentar-Funktion noch nicht voll ausgeschöpft.
Eine neue Herausforderung für das Issue Management stellen Videocasts von Privatpersonen doch schon derzeit dar, da diese in relativ kurzer Zeit relativ stark verbreitet werden können und so dem Ruf noch Unternehmen schaden können.

Weitere Beiträge über Corporate Videocasts bei Marke-X, Face2Blog und PR-Blogger.

Videocast-Werbung bei Ebay

Auf Ebay gab es schon öfter Auktionen, die gleichzeitig auch Marketing-Aktion waren. Auch die Idee Werbefläche auf Internetseiten online zu versteigern, wurde bereits ausgereizt und diskutiert.

rockedboom.
Nun hat Rocketboom, ein Videocast-Projekt aus New York, unter dem Titel „BE FIRST TO ADVERTISE ON ROCKETBOOM“ fünf Werbespots für $ 40.000 versteigert.

rockedboom bei ebay

Im Vlog vom 10. Februar sagt Amanda Congdon vom Rocketboom-Team

We always wanted to make Rocketboom sustainable and something we could do fulltime. Our experiment with Ebay: the response was a lot more genernous and positive than I imagined.

und auch dieser Hinweis klingt danach, dass nach einer nachhaltigen Finanzierung gesucht wird und Ebay nur ein Mittel war, darauf aufmerksam zu machen:

If you are interested in advertising on Rocketboom, but prefer not to participate in this auction, please contact hello@rocketboom.com for more information. We are open to hearing your ideas. Perhaps your already have a stellar ad that we’d love to play!

In der Auktionsbeschreibung wird vor allem auf die Reichweite und den Bekanntheitsgrad von Rocketboom hingewiesen. Demnach hat das Videocast täglich mindestens 130.000 Zuschauer, ist Rocketboom auf Platz 159 der am häufigsten verlinkten Blogs bei technorati und in den Top100 der iTunes Podcats.

Sind demnach die Vergleichswerte im Social Software-Umfeld der Verlinkungsgrad und das Ranking? Für den Werbetreibenden sind jedoch wohl die Zuschauerzahlen und damit die Reichweite und die Kosten pro Zuschauer interessanter.

[via Blogspotting]